1. Hüttengesäß

Lage
Höhe über NN. 155 Meter. Hüttengesäß liegt in der äußersten Nordostecke des Altkreises Hanau, heute Main Kinzig Kreis unweit der Ronneburg am Fallbach. Die 758 ha große Gemarkung wird von den Gemarkungen Marköbel, Rüdigheim, Ravolzhausen Gründau Neuwiedermuß Altwiedermus und Langenselbold eingeschlossen.
Älteste Namensformen
1151 Hutengesezze, 1264 Hitthengeseze.
Bodenfunde
Keltisches Urnengrab aus der Marienstraße, verschiedene Bodenfunde der Latene/ und Römerzeit
Geschichtliches
Dorf an der Zent Selbold, das zur Ronneburg gehörte, als diese 1313 durch Gottfried von Brauneck an Mainz verkauft wurde. Das Märkergeding wurde 1426 im Namen das Herrn der Ronneburg abgehalten. Das Kloster Selbold besaß das Dorf schon im Jahre 1236, vielleicht geht der Ausbau auf die Rodungstätigkeit des im Jahre 1108 gegründeten Klosters zurück. Mit der Burg bzw. dem Gericht Selbold kam Hüttengesäß 1476 an Isenburg, 1684 an die Linie Isenburg Birstein, 1816 an Kurhessen, später Preussen.  Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), besonders 1636. Im 19. Jahrhundert starke Auswanderung nach Amerika.
Kirchliches
Eine Bonifatuiuskapelle wurde 1151 erstmals erwähnt. Seit 1579 protestantische Pfarrei, die bis 1625 vom Hofprediger der Ronneburg verwaltet wurde. Von 1625 bis 1700 hatte es keinen eigenen Pfarrer, sondern wurde als Filial vom Kloster Selbold versehen.
Baudenkmäler
Kirche, ehemalige Wehranlage erhöht am früheren Dorfrande gelegen. Turmunterteil romanisch, 12. Jahrhundert. Keltischer Rätselstein am Ostgiebel. Turm - Oberbau 18. Jahrhundert. schmales Langhaus mit Empore und Kanzel von 1718. Renaissanceportal 1597, Pfarrbrunnen 1715 von Kirchenbaumeister Philipp Habermann. Schöne Fachwerkhofreiten im alten Ortskern.
Statistisches
Einwohnerzahl 1830-723, 1855-993, 1885-1015, 1905-1128, 119-1181, 1925-1242, 1939-1160, 1946-1653, 1953-1517, davon Heimatvertriebene 230 und 83 Kriegsevakuierte. Heute knapp 1900.
 

2. Neuwiedermuß
Lage
147 Meter über NN. Die Gemarkung umfasst etwa 185 ha, davon 23 ha Wald.
Älteste Namensformen
Wechtramis 1173, Widerams 1236, Wiederums im 17. Jahrhundert.
Geschichtliches
(Alt-) Wiedermus war ein Dorf des Klosters Selbold, im Gericht Ronneburg gelegen. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört. 1686 wünschte ein in Langenselbold niedergelassener Pfälzer bei der gräflich - isenburgischen Regierung, in dem abgegangenen Dorf Wiederums im Fuchsgraben Haus und Scheuer einzurichten, Land zu roden und zu bauen. Der Bau begann 1699; im Jahre 1708 waren schon 19 Haushaltungen da. Die Fuchsgräber hatten früher zu Hüttengesäß gehört, sie bildeten einen Teil der Gemeinde und hatten einen Gerichtsschöffen zu stellen. Das Dorf besaß noch Holz- und Weiderecht an der Ronneburg.
Kirchliches
Neuwiedermuß ist nach Hüttengesäß eingepfarrt.
Statistisches
Einwohnerzahlen 1820-150, 1855-173, 1885-165, 1905-171, 1919-202, 1939-193, 1946-268, 1953-247, davon Heimatvertriebene 34 und 6 evakuierte. Heute wohnen in Neuwiedermuß etwa 600 Einwohner.
 
3. Altwiedermus
1173 erstmals genannt, gehörte dieses Dorf doch bis zum Zusammenschluss
der Gemeinde Ronneburg 1972 noch zum Kreis Büdingen.
Älteste Namensformen
1236 Wechtramis, 1238 Witteroms, 1361 Wyderamis.
Geschichtliches
Oberhalb von Altwiedermus erhebt sich auf vulkanischem Basalt die Ronneburg. Eine alte Bezeichnung für diesen Bergkegel war Raneberg. Eine Fliehburg wird bereits 1236 erwähnt. Die Beziehungen zwischen Wiedermus und dieser Fliehburg waren eng, jedoch nicht immer freundlich. Do berichtet die Eckartshäuser Kirchenchronik folgendes: In der mittelalterlichen Zeit hausten auf der Ronneburg, soviel sich aus den geschichtlichen Nachrichten ersehen lässt, Raubritter, namentlich ein Fritz von Ronneburg, welcher von den Wiedermuser Bauern gefangen genommen und getötet worden sein soll. Im Jahre 1476 lesen wir von einer Ritterfamilie Meyden von Wiedermus. Das Dorf und die Burg hatten im Dreißigjährige Krieg mit Plünderungen und Zerstörung ein schweres Los gezogen. Im fürstlichen Archiv findet sich ein Kollektenbuch für das abgebrannte Wiedermus.
Im Jahre 1605 hatte das Dorf 306 Einwohner. Zu Beginn des 30 jährigen Krieges (hier) 1619, fanden Musterungen im Ysenburger Land statt. Nach Aufzeichnungen wurden aus Wiedermus 40 Wehrfähige Männer eingezogen.
Kirchliches
Die Gemeinde Altwiedermus ist heute noch zu Eckartshausen eingepfarrt.
Statistisches
Einwohnerzahl heute etwa 900.
 

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